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Datum

Ort

TiK – Theater im Karlstorbahnhof 
Marlene-Dietrich-Platz 3
69126 Heidelberg

Öffentliche Vorstellung

Radikal jung
Rechtsextremismus unter Jugendlichen

Abendkasse 15,00 €
Vorverkauf 14,20 €
Abendkasse ermäßigt: 9,00 €
Vorverkauf ermäßigt: 7,60 €

Tickets unter https://karlstorbahnhof.reservix.de/p/reservix/event/2616641

Rechtsextreme Positionen verbreiten sich immer stärker gerade unter jungen Menschen. Besonders durch die sozialen Medien erreichen Hass und Hetze gepaart mit rechten Inhalten längst die Mitte der Gesellschaft. Aber auch an Schulen und im Sport sind Akteurinnen der Szene bundesweit vermehrt aktiv. Dass ihre Parolen unter Jugendlichen zunehmend ankommen, belegen die zurückliegenden Wahlergebnisse ebenso wie eine Zunahme politisch motivierter Gewalt. Die Grenzen zwischen digitalem Hass und realen Angriffen sind fließend. Forscherinnen und Expert*innen beobachten, dass sich eine neue rechtsextreme Generation online und auf der Straße immer weiter organisiert und radikalisiert. Sie sprechen von einer ungekannten Dimension von Propaganda, Vernetzung und Gewalt, die sich gegen alle, die als anders markiert werden, richtet.

Das Theaterkollektiv Polyformers rückt diese rechtsextremen Jugendbewegungen in den Fokus. Die interaktive Performance, mit Jugendlichen entwickelt, untersucht dokumentarisch ihre Strukturen und Ideologien sowie die Mechanismen schrittweiser Radikalisierung junger Menschen. Mit scheinbar harmlosen Memes, durch emotionalisierende Erzählungen auf TikTok, Instagram oder YouTube gelangen extremistische Inhalte direkt auf die Smartphones.

In dokumentarischen Szenen, persönlichen Texten und interaktiven Elementen hinterfragen die Jugendlichen die Inszenierungsstrategien rechter Influencer*innen (Evangelikale Enthaltsamkeit, Tradwife und erfolgreicher Jungunternehmer): Wie gelingt es Rechten, junge Menschen zu beeinflussen? Welche Sehnsüchte, Ängste und gesellschaftlichen Lücken machen sie sich zunutze? Wie weit ist die Normalisierung rechter Positionen unter jungen Menschen vorangeschritten? Und wie können wir als Gesellschaft reagieren?

Was dieses Gastspiel besonders macht: Es bleibt nicht bei der Analyse. Das Stück basiert auf intensiver Recherche und wurde durch den Rechtsextremismus-Experten Andreas Speit begleitet. Gemeinsam mit drei Schauspieler*innen stehen vier Jugendliche auf der Bühne, die von ihren persönlichen Erfahrungen und Perspektiven auf das Thema berichten. Dabei greifen sie auf Originalmaterialien rechter Netzwerke zurück und beziehen unter anderem Auswertungen von Telegram-Gruppen sowie Interviews mit Beratungsstellen und Betroffenen ein. So schlagen sie eine Brücke zwischen Außen- und Innensicht und schaffen sowohl inhaltliche als auch emotionale Zugänge. Sie nehmen das Publikum mit auf eine dokumentarische und interaktive Theaterreise.

Das Gastspiel „Radikal jung“ wird auf Einladung von Teilseiend e. V. – Muslimische Akademie Heidelberg in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg e. V. und Mosaik Deutschland e. V. im TiK – Theater im Karlstorbahnhof gezeigt. Das Projekt wird gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Land Sachsen-Anhalt, das Bezirksamt Pankow von Berlin und die Stadt Halle (Saale).