Fachtagung- Respekt*ländle
Antidiskriminierungsberatung in Baden-Württemberg stärken!
Diskriminierung ist für viele Menschen eine alltägliche Realität – sei es aufgrund von Herkunft, Geschlecht, Religion, Behinderung oder sozialer Stellung. Antidiskriminierungsberatungsstellen leisten hier wertvolle Arbeit, indem sie Betroffene unterstützen und sich für strukturelle Veränderungen einsetzen.
Damit diese Arbeit jedoch wirksam umgesetzt werden kann, braucht es Vernetzung und interdisziplinäre Zusammenarbeit: mit betroffenen Communities, Bildungsinstitutionen, Sozialer Arbeit, Verwaltung, aktiver Zivilgesellschaft, die sich gegen Diskriminierung stark macht.
Der Eintritt ist kostenlos.
Anmeldung bis 28. März unter kaya@mosaik-deutschland.de.
- Wie können Betroffene nachhaltig in ihrem Recht auf Gleichbehandlung unterstützt werden?
- Wie hängen individuelle Beratungsinterventionen mit der Veränderung von diskriminierenden Strukturen zusammen?
- Was brauchen Betroffene?
- Welchen Beitrag können wir gemeinsam leisten, dass diese Gesellschaft für alle lebenswert ist?
Die Fachtagung will eine Plattform sein, um diese Fragen angesichts von wachsenden Rechtspopulismus und Polarisierung zu diskutieren.
Die Tagung richtet sich an Fachkräfte aus der Antidiskriminierungsberatung, Aktive der Zivilgesellschaft, Multiplikator*innen und Interessierte aus Bildung, Sozialer Arbeit, Politik, Wissenschaft und Verwaltung.
Die Tagung findet statt in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft Antidiskriminierung Baden-Württemberg im Rahmen des respekt*land Programms.
Programm:
🕙 10:00 – 10:30 | Ankunft & Anmeldung
🎙 10:30 – 11:00 | Begrüßung
📢 11:00 – 12:00 | Keynote & Diskussion
Evein Obulor Geschäftsführerin der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR)
Evein Obulor (sie/ihr) setzt sich seit vielen Jahren auf verschiedenen Ebenen unserer Gesellschaft gegen Rassismus und Diskriminierung ein und arbeitet als Trainerin und Beraterin für Projekte in den Bereichen Antirassismus und Diversität und Empowerment – Aktuell im Fokus ihres Blicks: Institutionen. In Ihrer Rolle als Koordinatorin der Europäischen Städtekoaliation gegen Rassismus (ECCAR) befasst sie sich mit rassistischen Ungerechtigkeiten auf städtischer Ebene und fördert den Austausch von Strategien in der Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit zwischen mehr als 150 europäischen Städten. Sie hat außerdem in Zusammenarbeit mit RosaMag die Essaysammlung „Schwarz wird großgeschrieben“ herausgegeben.
🍽 12:00 – 13:00 | Mittagspause
🛠 13:00 – 14:30 | Workshop-Runde 1
🔹 (Un)sichtbare Barrieren: Ableismus erkennen und abbauen
Referentin: Borghild Strähle (adis e.V., Tübingen)
✏️ Ableismus – die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung – ist tief in unserer Gesellschaft verwurzelt und oft unsichtbar. In diesem Workshop reflektieren wir Barrieren in Bildung, Arbeit und Behörden und entwickeln Handlungsmöglichkeiten.
🔹 Diskriminierung durch private und öffentliche Sicherheitsdienste
Referent: Abdulselam Aslandur (adb Mannheim e.V.)
✏️ In diesem Workshop analysieren wir Beratungsfälle und rechtliche Grundlagen zu diskriminierenden Sicherheits- und Polizeipraktiken und erarbeiten Argumentationsstrategien für Betroffene.
🔹 Starke Begleitung statt Ohnmacht! Traumasensible Unterstützung nach diskriminierenden Polizeikontakten – Handwerkszeug für die Praxis
Referent: Eben Louw (adb Mannheim e.V.)
✏️ Der Workshop vermittelt Grundlagen der traumasensiblen Beratung für Betroffene diskriminierender Polizeihandlungen. Anhand von Fallbeispielen werden typische Traumafolgen identifiziert und praxisnahe Gesprächsstrategien entwickelt, um Betroffene in der Bewältigung psychischer Belastungen zu unterstützen.
🔹 Antimuslimischen Rassismus – erkennen, verstehen und dagegen handeln
Referentin: Eylem Kaya (Mosaik Deutschland e.V.)
✏️ In diesem Workshop reflektieren wir, wie sich antimuslimischer Rassismus äußert, welche strukturellen Dynamiken dahinterstehen und welche Handlungsstrategien gegen Antimuslimischen Rassismus entwickelt werden können.
🔹 „Baby on – Job off“ – Elterndiskriminierung wirksam entgegentreten
Referentinnen: Eva Rebholz (pro familia Freiburg) & Nathalie Klüver (Journalistin & Autorin)
✏️ Der Workshop beleuchtet strukturelle Barrieren für Eltern im Arbeitsleben und entwickelt Strategien gegen Elterndiskriminierung.
☕ 14:30 – 15:00 | Kaffeepause
🛠 15:00 – 16:30 | Workshop-Runde 2
🔹 Zwischen eigenen und fremden Lebenswelten: Annäherung und Umgang mit Antislawischer Diskriminierung in Deutschland
Referentin: Dr. Anush Yeghiazaryan (adib Konstanz)
✏️ Der Workshop widmet sich den Erfahrungen osteuropäischer Communities mit Diskriminierung und beleuchtet, wie Antislawismus in Deutschland wirkt und welchen Herausforderungen Beratungsstellen begegnen.
🔹 Künstliche Intelligenz und Diskriminierung – entdecken, verstehen, hinterfragen
Referentinnen: Elisabeth Wehr & Bianca Kuhn (adi.hn, Heilbronn)
✏️ Dieser Workshop bietet ein interaktives KI-Labor, um die Verknüpfung von künstlicher Intelligenz mit Diskriminierungsmechanismen zu untersuchen.
🔹 Was bedeutet Neurodivergenz – Grundlagen, Perspektivwechsel
Referentin: Aleks Koleva (ADES Esslingen)
✏️ Der Workshop beschäftigt sich mit den Grundlagen der Neurodiversitätsbewegung und zeigt praxisnah auf, wie inklusive Strukturen gefördert werden können.
🔹 Herausforderungen in der Arbeit mit Schwarzen Geflüchteten
Referentinnen: Susanne Belz, Kausar Qasim (BfDA e.V. Stuttgart)
✏️ Dieser Workshop thematisiert spezifische Diskriminierungserfahrungen Schwarzer Geflüchteter und zeigt Strategien für eine rassismuskritische Beratung auf.
🔚 16:30 – 17:00 | Digitaler Abschlussimpuls
Dr. Emilia Roig – Autorin und Aktivistin
Dr. Emilia Roig ist Bestsellerautorin und promovierte Politologin. Sie beschäftigt sich intensiv mit Themen wie Intersektionalität, Rassismus und Feminismus.
Sie hat das Buch "Why We Matter" veröffentlicht, in dem sie soziale Ungleichheiten thematisiert, sowie das Buch "Das Ende der Ehe", in dem sie genau dieses fordert. Ihre Arbeit wird stets von einer tiefen Sehnsucht nach Befreiung und Gerechtigkeit angetrieben.
In ihrem bisher persönlichsten Essay "Liebe" schreibt sie gegen sexuelle Gewalt und schafft es dennoch, ein hoffnungsvolles Plädoyer für zeitgemäße Formen der Liebe zu verfassen. Sie engagiert sich unermüdlich für mehr Sichtbarkeit und die Rechte marginalisierter Gruppen, insbesondere von Frauen* und BIPoC (Black, Indigenous, People of Color). Emilia Roig lebt in Berlin und arbeitet weltweit.
Weitere Infos zu Tagung und Programm: www.mosaik-deutschland.de Mehr Infos zum Förderprogramm respekt*land: http://www.respektland.de
Mehr Infos zur LAG BW: www.lag-adb-bw.de
Gefördert durch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat.
Barrierefreiheit
📍 Ort: Evangelisches Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart
Alle Veranstaltungsräume sind stufenlos zugänglich. Ein ausreichend breiter Fahrstuhl bringt Sie in die Seminarräume. Rollstuhlgerechte Sanitäranlagen befinden sich im Untergeschoss.
🚌 Anreise mit ÖPNV:
Wir empfehlen den S-Bahn-Ausgang Stadtmitte in
Richtung Rotebühlplatz, da der Ausgang zur Büchsenstraße nicht barrierefrei gestaltet ist.
🔹 Gebärdensprachdolmetscher*innen können auf Anfrage organisiert werden – bitte bei der Anmeldung angeben.